Der Hausfreund

Lustspiel in 3 Akten von Maximilian Vitus

Ein Streit in der Ehe der Streitbergers wäre an sich nicht sonderlich erwähnenswert, kommt er doch in fast jeder Ehe vor und ist der Anlaß eher nichtig: Andreas Streitberger ist ein starker Raucher und weiß, daß die Qualmerei seiner Gesundheit schadet. Daß seine Frau Josefa ihm das Rauchen ausgerechnet in der Wirtschaft vor seinen Spezeln verbietet, das kann er nicht hinnehmen, denn so behandelt man seinen Mann in der Öffentlichkeit nicht. Von diesem Tag an wechselt er mit Josefa kein einziges Wort mehr.
Als der Streitberger jedoch von seinem zu Besuch weilenden Vetter Jakob erfährt, daß seine Frau einen Hausfreund hat, der jeden Dienstag auftaucht, wenn der Andreas seinen Stammtisch hat, ist es mit der Ruhe endgültig vorbei. Schnell hat er auch den Nebenbuhler ausgemacht: der Peter, Sohn des Postwirts, muß es sein, für den sich Josefa neuerdings schon wochentags hübsch macht. In seiner Eifersucht bemerkt er gar nicht, daß der Peter in Wirklichkeit bis über beide Ohren in das Agerl, seine Tochter, verliebt ist.
Ohne die Mithilfe des Vetter Jakob wäre eine Aussöhnung der Eheleute und eine Hochzeit von Agerl und Peter sicher nicht möglich. Aber das ist für einen Mann wie Jakob ja "das Wenigste".