Der Jäger von Fall

Volksstück in 4 Akten von Ludwig Ganghofer

Blasi, der Wilderer aus Leidenschaft, Sohn des reichen Huisenbauern, ist der Vater des Kindes, das die hübsche, ledige Sennerin Modei bei der Mutter des Jägers Friedl in Pflege gegeben hat. Die Gefühle, die Modei dem Wildschützen entgegenbringt, finden nur dann geheuchelte Gegenliebe, wenn dieser auf der väterlichen Grottenalm vor den verfolgenden Jägern Unterschlupf findet.
Der junge Jäger Friedl, bereits als Nachfolger des Försters bestimmt, liebt das Modei schon lange entsagungsvoll, wohl wissend, daß Blasi der Vater des kleinen Franzerl ist. Doch niemand wird von der Vaterschaft erfahren, denn Blasi zwingt die Sennerin, ihm schriftlich zu bestätigen, daß das Kind nicht von ihm ist, damit er ein reiches Bauernmädchen freien kann.
Modei’s älterer Bruder Lenzl jedoch, durch einen schrecklichen Unglücksfall auf dem Tanzboden, der ihm die Liebste nahm, fast um den Verstand gekommen, durchschaut das egoistische Vergnügungsspiel des berechnenden Blasi und versucht sich, schließlich erfolgreich, an einer Ver-kupplung der beiden füreinander Bestimmten. Bis es dazu kommt, sind manche Hindernisse zu überwinden. Friedl, der Jäger von Fall, schwebt in Gefahr, als ihm der Wildschütz nach dem Leben trachtet. Letztendlich jedoch wird dem Wilderer das gemeine Tun zum Verhängnis.
Neben den dramatischen Ereignissen auf der Grottenalm geht es aber auch gelegentlich recht lustig zu, so, wenn die schwerhörige Punkl, eine alte Sennerin, durch den Doktormartl in eine endlife-crisis gedrängt, ihr letztes Glck mit dem Grenzaufseher Niedergstöttner sucht. Höhepunkt des Frohsinns ist das Almfest auf der Grottenalm, wo musiziert, gesungen und getanzt wird.