Die Geisterbraut

Lustspiel in 3 Akten von H. Bauer Die Geisterbraut

Die Antworten des Geistes beim Tischrücken sind präzis und eindeutig: auf die Frage "Die wievielte Person soll auf dem Pfistererhof als neue Wirtschafterin und spätere Bäuerin eingestellt werden?" reagiert der Geist mit einem einmaligen Klopfen - also die erste, die sich um die Stelle bewirbt. Und als Magd, so bekräftigt der Geist durch zweimaliges Klopfen, soll die zweite Person genommen werden, die auf den Hof kommt.

Allerdings muss man wissen, dass der schlitzohrige Sixtus, der Großknecht auf dem Pfistererhof, die Sache mit dem Tischrücken eingefädelt hat und das Nötige dazutut, damit die Antworten auch richtig ausfallen. Denn der Sixtus weiß, dass der Hansl, der ledige Sohn vom Pfisterer, ein Mädel liebt, das er zwar nur einmal kurz gesehen hat, noch dazu in nicht ganz nüchternem Zustand, das er aber nie und nimmer auf den Hof bringen kann, weil die Scöne ausgerechnet eine "Ramsauerin" ist; und mit den Ramsauern ist der Pfisterer seit Jahren verfeindet. Aus diesem Grund haben der Sixtus und der Hansl das Tischrücken inszeniert. Nur der Bauer, der tatsächlich Personal braucht, ist ahnungslos. Gleich nach der Entscheidung des Geistes fährt der Hansl los, seine Vroni auf den Hof zu holen, damit sie nur ja die erste Bewerberin um die Stelle ist.

Doch das Schicksal will es anders: als der Hansl noch unterwegs ist, kommt am gleichen Abend ein junges, hübsches Mädchen, genannt Spatz, auf den Hof und erhält vom Bauern - getreu dem Geisterurteil - die Stelle als Wirtschafterin und hat, da sich der verwitwete Pfisterer vom ersten Augenblick an in das sympathische Mädel verliebt, zusätzlich die allerbesten Aussichten, die künftige BÄuerin zu werden. Als der Hansl am frühen Morgen mit seiner Vroni auf dem Hof eintrifft, ist die nur noch die zweite Bewerberin und wird als Magd eingestellt.

Damit sind natürlich Verwicklungen und Verwirrungen vorprogrammiert und sicher würden sich Vater und Sohn im Streit trennen, wäre da nicht der Sixtus, der alle Fäden in den Händen hält, die beiden Verliebten wie Marionetten dirigiert und für ein glückliches Ende sorgt.