Das 5. Gebot

Volksstück in 4 Akten von Friedrich Ludwig John

Das 5. Gebot - Szenenbild Es ist ein heiterer Tag, als Maria, die junge Hofbesitzerin mit Hilfe ihrer Freundin Monika ihr Hochzeitskleid anprobiert. In vier Wochen will sie mit dem Hoferben Sepp Angermeier vor dem Altar treten. Die gute Laune der beiden Frauen verstärkt sich, als der Hausierer Baschti sich dazugesellt und Maria schon jetzt geheimnisvolle Wässerchen für einen strammen Stammhalter aufschwatzen will. Doch friedliche schlägt um, als der rauhbeinige Holzknecht Toni auftritt, um den Sepp davor zu warnen, ins Revier zum Wildern zu gehen, weil sich dort auch der Jäger aufhält. Doch die Warnung kommt zu spät, der Sepp ist bereits aufgebrochen.

Eine Woche später ist für Maria eine Welt zusammengebrochen: sie kommt gerade von einer Beerdigung - der ihres Bräutigams. Der Jäger hat den Sepp auf frischer Tat ertappt und erschossen. Wie betäubt härt sie den trostreichen Zuspruch ihrer Freundin, der alten Haushälterin Theres, des Hausierers und auch des Christian, Bruder des Getöteten, ohne daraus Kraft und Mut schöpfen zu können. Sie ist nur empfänglich für Worte, die nach Rache schreien und es gibt viele im Ort, die die übereilte Tat des Jägers nicht hinnehmen wollen, vor allem Toni, der schwört, den Jäger zu töten. In einer ergreifenden Szene bittet die Mutter des Jägers, der inzwischen versetzt wurde, um Verzeihung für die Tat ihres Sohnes und um Gnade, doch nichts kann Maria und Toni erweichen.

Als Toni seine Rache wahrmachen will, stellt sich ihm Christian in den Weg, um vielleicht doch noch die Tat zu verhindern, wird aber in einem heftigen Kampf vom heißblütigen Toni niedergestochen und schwer verletzt. Die Frauen kümmern sich aufopferungsvoll um den Genesenden und in dieser Zeit kann Maria endlich ihren Schmerz überwinden. Und auch Toni, der sich in die Berge geflüchtet hat, wird durch seine Angst um Christian geläutet: er weiss jetzt, wie es dem Jäger Wengenroth das ganze Leben lang zu Mute sein wird.