Das Wundertrankerl

Ein Bauernschwank in 3 Akten von Robert Baraniecki

Das Wundertrankerl - SzenenbildDer Großbauer Florian Haberleitner hat seiner Frau am Sterbebett versprochen, dass ihr Sohn Peter später einmal die Burgl heiratet, die Tochter ihrer besten Freundin Leni Sonnleitner. Jetzt hat die Sonnleitnerin ihren Besuch mit der Burgl angekündigt, damit sich die jungen Leute einmal kennenlernen. Aber dieser Besuch bringt den Haberleitner gehörig ins Schwitzen: der Peter ist zwar ein junger, gutaussehender Mann, nur ist er fürchterlich schwerfällig, man könnte auch sagen faul. Der Bauer behauptet, er sei halt zu schnell gewachsen und deshalb immer müde, die Magd Zenzi meint aber, sein Hirn sei nicht in gleichem Maße mitgewachsen. Einig sind sie sich, dass die Burgl so einen Mann nie heiraten wird.

Gottlob gibt es den Apotheker Sebastian Schimmelreiter, der in jahrelanger Forschungsarbeit ein Wundertrankerl entwickelt hat, das gegen alles hilft. Wenn man einem Menschen davon ein paar Stamperl einflösst und ihm gleichzeitig erklärt, was ein fleißiger Mensch ist, ergibt sich aus beidem die unglaubliche Wirkung. Allerdings, so gesteht er, hat er sein Wundertrankerl noch nie am Menschen getestet, lediglich an einem Huhn, dem er ein paar Tropfen gegeben und ihm dabei eingeredet hat, es sei ein Hahn. Prompt hat das Huhn keine Eier mehr gelegt, was es vielleicht auch ohne Tropfen getan hätte, aber am nächsten Tag ist es auf dem Zaun gesessen und hat gekräht.

Leider entwickelt sich die Verabreichung des Wundertrankerl nicht wie es die Gebrauchsan-weisung verlangt. Außer dem Peter geniessen auch die Burgl und der Bauer das Wunder-trankerl. Das Ergebnis ist, dass der Bauer wie ein verliebter Gockel durch die Stube flattert, der Peter nur noch Frauenkleider trägt, die Burgl hingegen nur noch eine Männer-Lederhose. Ob da das Gegenmittel vom Apotheker Schimmelreiter noch helfen kann?