Grüß Gott beinand und herzlich willkommen im Berchtesgadener Bauerntheater

Die Direktorin Elisabeth Hölzl-Michalsky Als ich vor 40Jahren in dem Lustspiel ,,Der Hausfreund" zum erstenmal auf der Bühne dieses Theaters stand, konnte ich beim besten Willen nicht ahnen, dass ich einmal dessen Direktorin sein würde. Und obwohl ich eigentlich mehr durch einen Zufall zur Schauspielerei gekommen bin, noch dazu gegen den Willen meines Vaters (,,Schauspielerin!? So etwas wirst Du nicht!" - Ich bin es trotzdem geworden) bin ich nicht mehr davon losgekommen. So soll es ja oft im Leben sein.

Wenn das Bauerntheater in früherer Zeit mehr oder weniger das Abbild der bäuerlichen Wirklichkeit war; so wissen wir alle, dass es die dargestellten Verhältnisse heute nicht mehr gibt. Ohne große Zugeständnisse an die moderne Zeit möchte ich auf der Bauernbühne ,,nostalgisches" Theater mit allen Konsequenzen spielen. Denn nur wenn die Stücke zeitgerecht in Kostüm, Ausstattung, Sprache und eingebundenem Brauchtum reingehalten werden, bleibt die Glaubwürdigkeit und damit der Bestand des Bauerntheaters erhalten, geht das Publikum trotz ,,Pantoffelkino" in sein Theater. Und oft überkommt mich in den Vorstellungen das Gefühl, dass die Menschen nicht nur ins Bauerntheater gehen, weil sie sich unterhalten lassen wollen, sondern auch, weil sie dort ein Stück Lebensweisheit und bei aller Übertreibung eine Welt vorfinden, der unser heutiges Leben so gar nicht entspricht und die sie wohl gerade deswegen so gut verstehen können. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum eine echte Verbindung von Bühne und Publikum zustande kommt.

Den Bayern, so sagt man, liegt das darstellerische Talent und ein Hang zum Theatralischen im Blut. Die Direktheit der bajuwarischen Ausdrucksweise, gepaart mit einem schlagkräftigen Mutterwitz, einer gehörigen Portion Bauernschläue und nicht zuletzt die einmalige Gabe, sich selbst und andere auf den Arm zu nehmen - all das sind hervorstechende Merkmale der Bayern. Sollten Sie, lieber Gast, ein anderes Bild von den Bayern haben, als wir es darstellen, etwa in der Art der Grußkarten vom Oktoberfest: vergessen Sie es! Wir wollen nicht derb sein, krachat", laut, wo es nicht notwendig ist. Wir brauchen keine Bayern zu mimen, wir sind Bayern, mit der größten Selbstverständlichkeit und bis ins Mark.

Was ist eine größere Kunst: lachende Menschen zum Weinen zu bringen oder weinende Menschen zum Lachen? ... Ich freute mich schon immer und freue mich noch heute über lachende Menschen und kann mir nicht vorstellen, dass sich daran irgendwann etwas ändert.